Tenebrae   Komposition für das Hilliard Ensemble & Paul Giger          2012  CH - Tournee
 

TENEBRAE bedeutet Dunkelheit und fasst die lateinischen Responsorien zusammen, welche früher in den Nächten von Gründonnerstag bis Karsamstag das Geschehen der Passion reflektierten. Über Jahrhunderte sind die TENEBRAE-Texte immer wieder vertont worden - von Don Carlo Gesualdo, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und anderen berühmten Komponisten. Das Thema hat auch Roman Rutishauser über Jahre begeleitet und zu einer eigenen Komposition animiert.

Zu sieben Texten der umfangreichen TENEBRAE-Sammlung hat er ein ungewöhnliches Klangbild komponiert, indem er eine A-cappella-Besetzung, wie sie in der Renaissance mit Altus-, Tenor-, Bariton- und tiefen Bass-Stimmen üblich war, mit einer einzigen Violine kombiniert. Die Musik spannt einen überraschenden Bogen von meditativen Klangwelten bis zu Elementen voller rhythmischer Spannung und freier Improvisation.

Roman Rutishauser stellt in seiner Komposition die mit der Kreuzigungsgeschichte verbundenen grundlegenden Erfahrungen und Emotionen in den Vordergrund; Ruhe und Gefühle von Vertrauen, Einsamkeit, Aufbegehren und unbändige Kraft inspirierten ihn zu Klangbildern und Chorsätzen, die im tiefsten Innern berühren.

In der Regel bilden Ensembles die Grundlagen für die Improvisationen von Solisten. In der vorliegenden Komposition erhält auch das Vokalensemble "The Hilliard Ensemble" die Möglichkeit, als ganzer Klangkörper und gleichwertiger Gesprächspartner zur frei gestaltenden Violine zu improvisieren, indem das Ensemble situativ frei aus einer Reihe von möglichen Loops auswählt. Diese spontane Umsetzung von Stimmungen durch ein ganzes Ensemble ist neu. Jedes Konzert ist deshalb in den Details einzigartig. (Programmtext)

       zur Sendung TV Basel

        Interview Radio Suisse Romande

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